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Für die meisten Terrassen am Wohnhaus ist Verbundsicherheitsglas (VSG) die bessere Wahl: Es bleibt dauerhaft klar, ist kratzfest, leicht zu reinigen und wirkt hochwertiger. Polycarbonat-Stegplatten sind leichter, deutlich günstiger und streuen das Licht, eignen sich also gut für Nebeneingänge, Carports, Pergolen im Halbschatten oder ein knappes Budget. Welches Glas für ein Dach überhaupt zulässig ist und worauf Sie bei Stegplatten achten müssen, steht in vielen Ratgebern leider falsch oder gar nicht.
Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag die Unterschiede, die beim Aufmaß wirklich zählen: Sicherheit, Licht, Hitze, Pflege, Haltbarkeit und Kosten. Dazu die technischen Details, die über die Lebensdauer entscheiden, etwa die Wärmeausdehnung von Kunststoffplatten oder die Frage, warum ESG auf dem Dach nichts zu suchen hat.
Die kurze Antwort im Vergleich
| Kriterium | VSG-Glas | Polycarbonat-Stegplatten |
|---|---|---|
| Optik | glasklar, freie Sicht in den Himmel | leicht milchig, Licht wird gestreut |
| Lichtdurchlass | sehr hoch | bei 16 mm klar etwa 76 % |
| Gewicht | ca. 20 kg/m² bei 8 mm | sehr leicht |
| Wärmedämmung | gering (Einfachglas) | besser durch Luftkammern |
| Hitze im Sommer | ohne Beschattung höher | etwas geringer, bei Opal deutlich |
| Kratzfestigkeit | sehr hoch | gering |
| Bruchverhalten | Splitter haften an der Folie | fast unzerbrechlich |
| Reinigung | einfach | vorsichtig, keine scharfen Mittel |
| Mindestneigung | nach Angabe des Systemherstellers | meist 5 bis 10 Grad laut Hersteller |
| Material | höherwertig, aufwendiger | günstiger, leichter zu verarbeiten |
Die Werte zur Stegplatte stammen aus dem Datenblatt einer klaren 16-mm-Stegdreifachplatte. Das Gewicht von Glas ergibt sich aus der Dichte: rund 2,5 kg pro Quadratmeter und Millimeter Stärke.
Welches Glas auf ein Terrassendach gehört
VSG ist Pflicht, ESG reicht nicht
Glas über Köpfen gilt technisch als Überkopfverglasung. Für diese Fälle verlangt die Norm DIN 18008, nach der Glas im Bauwesen bemessen wird, Verbundsicherheitsglas. Ein Fachbeitrag im Glas-Fachmagazin GFF fasst die Regeln der DIN 18008 zu Überkopfverglasungen zusammen.
Der Grund liegt im Bruchverhalten:
- ESG (Einscheibensicherheitsglas) ist thermisch vorgespannt und zerfällt bei Bruch in viele kleine, stumpfe Krümel. In einer Seitenwand ist das ideal, weil keine scharfen Scherben entstehen. Über dem Kopf heißt das aber: Die ganze Scheibe fällt herunter.
- VSG (Verbundsicherheitsglas) besteht aus zwei oder mehr Scheiben, die mit einer zähen Folie verbunden sind, meist aus PVB. Bricht eine Scheibe, haften die Bruchstücke an der Folie und die Scheibe bleibt in ihrer Lage. Darum ist VSG für Dächer vorgeschrieben.
Manche Online-Ratgeber nennen ESG als Option für das Terrassendach. Lassen Sie sich davon nicht irritieren. Fragen Sie im Angebot konkret nach, welches Glas verbaut wird. Üblich sind VSG aus zwei Scheiben mit 8 oder 10 mm Gesamtstärke, je nach Sparrenabstand und Schneelast.
Klarglas, Mattglas oder Sonnenschutzglas
Innerhalb von VSG gibt es mehrere Varianten:
- Klarglas bietet die freie Sicht nach oben und das meiste Licht. Es ist die häufigste Wahl, braucht im Sommer aber eine Beschattung.
- Matt- oder Milchglas hat eine matt eingefärbte Folie. Es streut das Licht, blendet weniger und verdeckt Schmutz und Laub von unten gesehen. Der Himmel ist dann nicht mehr sichtbar.
- Sonnenschutz- oder getöntes Glas reduziert den Wärmeeintrag, macht es darunter aber auch dunkler.
Der Preis von Glas steckt nicht nur in der Scheibe
Glas ist schwer. Eine 8 mm starke VSG-Scheibe wiegt rund 20 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einem Dach von 4 x 3 Metern kommen so etwa 240 Kilogramm allein an Glas zusammen, dazu im Winter die Schneelast. Die Sparren, die Rinne und der Wandanschluss müssen das tragen. Bei Glasdächern sind deshalb kräftigere Profile oder engere Sparrenabstände nötig, und die Montage über Kopf braucht mehrere Personen und Hebetechnik. Diese indirekten Kosten machen Glasdächer teurer als der reine Plattenpreis vermuten lässt. Mehr dazu in unserem Beitrag zu den Kosten einer Terrassenüberdachung.
Polycarbonat-Stegplatten: Stärken und Schwächen

Was eine Stegplatte ist
Stegplatten, auch Hohlkammer- oder Doppelstegplatten genannt, bestehen aus zwei oder mehr Kunststoffschichten, die durch Stege verbunden sind. Dazwischen liegen Luftkammern. Für Terrassendächer werden meist 16 mm starke Platten verwendet. Es gibt sie aus Polycarbonat und aus Acrylglas:
- Polycarbonat ist extrem schlagzäh und gilt als nahezu unzerbrechlich. Hersteller geben Garantien auf Hagelbeständigkeit.
- Acrylglas ist klarer und vergilbt weniger, ist aber spröder und bei Hagel empfindlicher.
Für die meisten Terrassendächer ist Polycarbonat die robustere Wahl.
Licht und Wärme
Eine klare 16-mm-Stegplatte lässt laut Datenblatt etwa 76 Prozent des Lichts durch. Das Licht wird an den Stegen gestreut, die Terrasse wirkt hell, aber nicht wie unter freiem Himmel. Opale oder weiße Platten reduzieren Licht und Hitze stärker, getönte Platten machen es darunter deutlich dunkler.
Durch die Luftkammern dämmen Stegplatten besser als Einfachglas. Das Datenblatt nennt einen U-Wert von 2,30 W/m²K. Für eine offene Terrassenüberdachung spielt das kaum eine Rolle, für einen Kaltwintergarten schon eher.
Haltbarkeit und Garantie
Moderne Stegplatten sind mit einer UV-Schutzschicht ausgestattet. Das Datenblatt der genannten Platte nennt 10 Jahre Garantie auf UV-Beständigkeit, Lichtdurchlässigkeit, Hagelbeständigkeit und Steifigkeit. Achten Sie darauf, dass die UV-geschützte Seite nach oben zeigt. Sie ist auf der Schutzfolie markiert. Wird die Platte falsch herum verlegt, vergilbt und versprödet sie deutlich schneller.
Mit den Jahren wird Kunststoff durch feine Kratzer, Staub und Witterung etwas matter. Glas bleibt dagegen auch nach Jahrzehnten so klar wie am ersten Tag, wenn es gereinigt wird.
Die zwei häufigsten Fehler bei Stegplatten
Fehler 1: keine Luft für die Wärmeausdehnung. Kunststoff dehnt sich bei Wärme deutlich stärker aus als Aluminium oder Glas. Eine Verlegeanleitung für Stegplatten empfiehlt eine Bewegungsreserve von etwa 6 mm pro Meter Plattenlänge. Bei einer 4 Meter langen Platte sind das rund 24 Millimeter. Werden die Platten zu knapp zugeschnitten oder durch die Fläche verschraubt, beulen sie im Sommer aus, knacken oder reißen an den Befestigungspunkten. Richtig verlegt gleiten die Platten in Klemmprofilen. Verschraubt werden die Profile, nicht die Platte.
Fehler 2: offene oder falsch verschlossene Kammern. Die Kammern müssen an den Enden verschlossen werden, oben dicht mit Aluminium-Klebeband, unten mit einem diffusionsoffenen Anti-Staub-Band, durch das Kondenswasser austreten kann, aber kein Schmutz eindringt. Wird unten dicht verklebt, sammelt sich Feuchtigkeit in den Kammern. Bleiben die Enden offen, ziehen Staub, Insekten und Pollen ein. In beiden Fällen bilden sich mit der Zeit Algen und schwarze Streifen in den Kammern, die sich nicht mehr entfernen lassen. Sägespäne nach dem Zuschnitt sollten mit Druckluft ausgeblasen und nicht mit Wasser ausgespült werden.
Diese Fehler passieren vor allem bei Bausätzen in Eigenmontage. Sie sind auch der Hauptgrund für den schlechten Ruf von Stegplatten in manchen Foren.
Dachneigung
Stegplatten brauchen ein Mindestgefälle, damit Wasser und Schmutz ablaufen. Die Angaben der Hersteller liegen meist zwischen 5 und 10 Grad. Das Datenblatt der oben genannten Platte nennt mindestens 10 Grad, also rund 18 Zentimeter Gefälle pro Meter. Bei einem 3 Meter tiefen Dach liegt die Traufe damit gut einen halben Meter tiefer als der Wandanschluss. Bei niedrigen Anschlusshöhen, etwa unter einem Balkon oder einem Fenster, kann das knapp werden.
Hitze unter dem Dach
Ein Punkt, der bei der Entscheidung oft unterschätzt wird, ist die Wärme an Sommertagen. Unter Klarglas wird es an einem sonnigen Julinachmittag spürbar warm, besonders bei Südausrichtung und wenn die Seiten geschlossen sind. Mattglas, opale Stegplatten oder eine Markise schaffen Abhilfe.
Unsere Empfehlung aus der Praxis: Wer Glas möchte, sollte die Beschattung gleich mitplanen.
- Eine Aufdachmarkise liegt über dem Glas und hält die Sonne ab, bevor sie das Dach erwärmt. Sie ist am wirksamsten.
- Eine Unterdachmarkise ist günstiger und geschützt vor Wind und Wetter, die Wärme staut sich aber zwischen Glas und Tuch.
- ZIP-Screens an den Seiten helfen gegen tiefstehende Sonne am Nachmittag.
Passende Lösungen finden Sie unter Sonnenschutz und im Beitrag zu Markisen für das Terrassendach. Wer Licht und Schatten flexibel steuern möchte, sollte sich auch das Lamellendach ansehen. Hier ersetzen drehbare Aluminiumlamellen die Eindeckung komplett.
Reinigung und Pflege

Glas lässt sich mit Wasser, einem weichen Schwamm und einem milden Reiniger säubern, am besten ein- bis zweimal im Jahr. Wegen der Höhe geht das am einfachsten mit einem Teleskopstiel oder einer Teleskopbürste mit Wasserdurchlauf. Betreten Sie ein Glasdach nie. Auch VSG ist nicht begehbar.
Stegplatten reinigen Sie ebenfalls mit viel Wasser und einem weichen Schwamm. Verzichten Sie auf Scheuermittel, Mikrofasertücher mit grober Struktur, Hochdruckreiniger aus kurzer Distanz und lösemittelhaltige Reiniger. Sie zerkratzen oder schädigen die UV-Schutzschicht.
Bei beiden Materialien gehört die Reinigung der Rinne im Herbst dazu, damit das Wasser auch bei starkem Regen ablaufen kann. Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Beitrag Terrassendach reinigen.
Was den Unterschied ausmacht
Die Platten selbst sind nur ein Teil des Unterschieds. Weil Glas so viel schwerer ist, braucht ein Glasdach stabilere Sparren, oft engere Sparrenabstände und mehr Aufwand bei der Montage. Eine Überdachung mit Stegplatten ist deshalb insgesamt deutlich günstiger als dieselbe Überdachung mit VSG-Glas, der Unterschied liegt aber eher im Bereich eines Aufpreises als einer anderen Preisklasse.
Über die Lebensdauer betrachtet relativiert sich der Unterschied weiter. Glas muss praktisch nie getauscht werden, während Stegplatten nach vielen Jahren matter werden und irgendwann eine neue Eindeckung brauchen können. Wer langfristig im Haus bleibt, fährt mit Glas deshalb oft nicht teurer.
Hagel, Schnee und Sturm
Hagel: Polycarbonat ist in dieser Disziplin kaum zu schlagen. Die Platten federn Hagelkörner ab, und viele Hersteller geben ausdrücklich eine Garantie auf Hagelbeständigkeit. Bei VSG kann ein großes Hagelkorn die obere Scheibe beschädigen. Dank der Folie bleibt die Scheibe aber im Verbund und hält dicht, bis sie getauscht wird. Ob ein Hagelschaden an der Überdachung versichert ist, hängt vom Vertrag Ihrer Wohngebäudeversicherung ab. Klären Sie nach der Montage, ob die Überdachung mitversichert ist oder nachgemeldet werden muss.
Schnee: Hier ist nicht das Material der Eindeckung entscheidend, sondern die Statik der gesamten Konstruktion. Eine Stegplatte trägt nur das, was ihr Stützabstand zulässt. Das Datenblatt der oben genannten Platte nennt etwa 75 kg pro Quadratmeter bei einem Stützabstand von 4 Metern. Bei Glas bestimmen Scheibenstärke und Sparrenabstand die Tragfähigkeit. In jedem Fall muss die Konstruktion auf die Schneelast am Standort ausgelegt sein. Im Taunus oder im Odenwald gelten dabei höhere Werte als in der Mainebene.
Sturm: Leichte Stegplatten sind anfälliger für Windsog als schweres Glas, wenn sie nicht sauber in den Profilen geklemmt sind. Eine fachgerechte Montage mit passenden Klemmprofilen und ausreichend Schrauben in den Profilen ist hier entscheidend.
Welche Eindeckung passt zu welchem Projekt?
VSG-Klarglas passt, wenn Sie
- direkt am Wohnzimmer sitzen und das Haus innen nicht verdunkeln möchten,
- eine freie Sicht in den Himmel wollen,
- später Glasschiebewände ergänzen und einen Kaltwintergarten daraus machen möchten,
- auf lange Sicht möglichst wenig Pflegeaufwand haben möchten.
VSG-Mattglas passt, wenn Sie
- Blendung und Einblicke von oben vermeiden möchten, etwa unter einem Balkon der Nachbarn,
- große Bäume in der Nähe haben, deren Laub man von unten sonst sieht.
Polycarbonat-Stegplatten passen, wenn Sie
- ein Vordach, einen Carport, einen Fahrradplatz oder einen Mülltonnenplatz überdachen,
- eine Terrasse im Halbschatten haben, auf der diffuses Licht angenehmer ist,
- das Budget gering halten möchten,
- eine sehr breite Konstruktion mit wenig Gewicht planen.
Häufige Fragen
Welches Glas nimmt man für eine Terrassenüberdachung?
Für Dächer ist Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben, üblich sind 8 oder 10 mm Gesamtstärke. ESG allein ist für Überkopfverglasungen nicht zulässig, weil die Scheibe bei Bruch komplett zerfällt und herabfallen kann.
Welche Nachteile hat eine Terrassenüberdachung aus Glas?
Glas ist schwer und braucht deshalb eine stabilere Konstruktion, was den Preis erhöht. Ohne Beschattung wird es im Sommer darunter warm, und Schmutz und Laub sind von unten sichtbar. Dafür bleibt Glas dauerhaft klar und ist sehr pflegeleicht.
Wie lange halten Doppelstegplatten?
Hersteller geben auf hochwertige Stegplatten mit UV-Schutz in der Regel 10 Jahre Garantie auf Lichtdurchlässigkeit, UV- und Hagelbeständigkeit. Bei richtiger Verlegung halten sie oft deutlich länger, werden mit der Zeit aber matter.
Ist Polycarbonat oder Acrylglas besser?
Für Terrassendächer meist Polycarbonat, weil es schlagzäh und hagelbeständig ist. Acrylglas ist etwas klarer und vergilbt weniger, ist aber spröder.
Was ist günstiger, Glas oder Stegplatten?
Stegplatten sind deutlich günstiger, sowohl im Material als auch durch die leichtere Unterkonstruktion. Glas ist dafür langlebiger, bleibt klar und muss praktisch nie getauscht werden.
Kann man Stegplatten später gegen Glas tauschen?
Nur, wenn die Konstruktion für das höhere Gewicht von Glas ausgelegt ist. Bei vielen Systemen sind Sparren und Profile für beide Eindeckungen unterschiedlich. Fragen Sie deshalb schon beim Kauf nach, ob ein späterer Wechsel möglich ist.
Ihr nächster Schritt
Welche Eindeckung für Ihre Terrasse passt, hängt von Ausrichtung, Anschlusshöhe, Nutzung und Budget ab. Im Konfigurator können Sie Glas oder Stegplatten auswählen und Ihr Projekt in wenigen Minuten beschreiben. Auf Wunsch rechnen wir Ihnen beide Varianten gegeneinander. Mehr zu unseren Dächern finden Sie auf der Seite zur Terrassenüberdachung.

