Inhalt
- Die drei Systeme im Überblick
- Aufdachmarkise: der wirksamste Hitzeschutz
- Unterdachmarkise: geschützt und günstiger
- Senkrechtmarkise und ZIP-Screen
- Windklassen: was auf dem Datenblatt steht
- Regen und Markise
- Stoff, Farbe und Antrieb
- Gute Alternative: das Lamellendach
- Markise nachrüsten
- Häufige Fragen
- Ihr nächster Schritt
Unter einem Glasdach wird es im Sommer schnell heiß, deshalb gehört zu fast jeder Terrassenüberdachung mit Glas eine Beschattung. Eine Aufdachmarkise liegt über dem Glas und hält die Sonne ab, bevor sie das Dach erwärmt. Sie ist am wirksamsten, aber auch teurer und dem Wetter ausgesetzt. Eine Unterdachmarkise hängt geschützt unter dem Glas, ist günstiger und langlebiger, lässt die Wärme aber zwischen Glas und Stoff entstehen. Senkrechtmarkisen und ZIP-Screens schützen an Front und Seiten vor tiefstehender Sonne und Blicken.
Welche Variante passt, hängt von Ausrichtung, Dachform und Nutzung ab. Wir vergleichen die drei Systeme, erklären, was die Windklassen auf dem Datenblatt bedeuten, und zeigen, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.
Die drei Systeme im Überblick
| Aufdachmarkise | Unterdachmarkise | Senkrechtmarkise / ZIP-Screen | |
|---|---|---|---|
| Position | über dem Glasdach | unter dem Glasdach | an Front oder Seiten |
| Hitzeschutz | sehr gut, Sonne wird vor dem Glas abgehalten | mittel, Wärme entsteht unter dem Glas | gut gegen tiefstehende Sonne |
| Schutz des Stoffs | Wind, Regen, Schmutz ausgesetzt | geschützt unter dem Dach | je nach System |
| Optik | sichtbar über dem Dach | von unten sichtbar, wirkt wie eine Decke | wie eine Wand aus Stoff |
| Aufwand | höher | geringer | je nach System |
Aufdachmarkise: der wirksamste Hitzeschutz
Eine Aufdachmarkise läuft auf eigenen Führungsschienen über dem Glasdach. Ausgefahren liegt das Tuch einige Zentimeter über dem Glas. Die Sonnenstrahlung trifft zuerst auf den Stoff und erwärmt ihn, die Luft zwischen Tuch und Glas kann seitlich abziehen. Das Glas selbst bleibt deutlich kühler, und damit auch die Luft darunter.
Vorteile:
- bester Schutz vor Hitze unter dem Glasdach
- das Glas bleibt verschattet, auch wenn die Seiten mit Glasschiebewänden geschlossen sind
- die Ansicht von unten bleibt klar, man sieht durch das Glas auf den Stoff
Nachteile:
- aufwendiger in Anschaffung und Montage
- das Tuch ist Wind, Regen, Blütenstaub und Laub ausgesetzt
- bei Wind muss die Markise eingefahren werden
Für Süd- und Westterrassen mit Glasdach, besonders wenn ein Kaltwintergarten daraus werden soll, ist die Aufdachmarkise meist die erste Wahl.
Unterdachmarkise: geschützt und günstiger
Eine Unterdachmarkise wird unter den Sparren der Überdachung montiert. Sie ist vor Regen und Wind weitgehend geschützt und hält dadurch in der Regel länger. Von unten wirkt sie wie eine helle Decke und gibt der Terrasse eine gemütliche Atmosphäre.
Der Nachteil liegt in der Physik: Die Sonne erwärmt erst das Glas, dann die Luft zwischen Glas und Stoff. Diese Wärme staut sich unter dem Dach. Bei einer offenen Terrasse zieht sie seitlich ab, bei geschlossenen Glasschiebewänden bleibt sie im Raum. Eine Unterdachmarkise blendet die Sonne zuverlässig ab, kühlt aber weniger als eine Aufdachmarkise.
Für Terrassen, die nachmittags im Schatten des Hauses liegen, oder für offene Überdachungen ohne Seitenwände ist sie oft die vernünftigere Wahl.

Senkrechtmarkise und ZIP-Screen
Morgens und abends steht die Sonne tief. Dann hilft eine Beschattung im Dach wenig, die Strahlen kommen von der Seite. Senkrechtmarkisen werden an der Rinne oder an den Seiten montiert und fahren nach unten aus.
Bei einem ZIP-Screen ist der Stoff an den Seiten in Führungsschienen eingefasst, ähnlich wie ein Reißverschluss. Dadurch flattert er weniger, liegt gleichmäßig an und hält Insekten besser ab als eine frei hängende Senkrechtmarkise. Je nach Gewebe bleibt die Sicht nach draußen erhalten, während von außen kaum hineingeschaut werden kann.
Senkrechtmarkisen sind besonders sinnvoll
- an Westterrassen gegen die Abendsonne,
- an der Nachbarseite als flexibler Sichtschutz,
- an Lamellendächern, deren Dach selbst schon beschattet.
Unsere Lösungen finden Sie unter Sonnenschutz.
Windklassen: was auf dem Datenblatt steht
Markisen sind Sonnenschutz, kein Sturmschutz. Die Produktnorm EN 13561 verpflichtet Hersteller, anzugeben, bis zu welcher Windgeschwindigkeit eine Markise ausgefahren bleiben darf. Dafür gibt es Windwiderstandsklassen. Ein Hersteller nennt in seinem Windmerkblatt für Markisen diese Einstellwerte für Windsensoren:
| Windklasse | Windgeschwindigkeit |
|---|---|
| Klasse 0 | unter 28 km/h |
| Klasse 1 | 28 km/h |
| Klasse 2 | 38 km/h |
| Klasse 3 | 48 km/h |
Welche Klasse eine Markise erreicht, hängt von Modell und Größe ab. Bei größeren Breiten und Ausfällen sinkt die zulässige Klasse meist. Dasselbe Merkblatt weist auf eine wichtige Grenze hin: Windsensoren können eine Markise nicht vor plötzlichen Böen schützen, weil der Sensor erst reagiert, wenn der Wind schon da ist. Bei angekündigtem Unwetter sollte die Markise eingefahren bleiben.
Für Sie heißt das: Ein Windsensor ist bei motorisierten Markisen sehr sinnvoll, ersetzt aber nicht den Blick auf die Wettervorhersage.
Regen und Markise
Eine Unterdachmarkise liegt unter dem Glas und bleibt bei Regen trocken. Eine Aufdachmarkise wird dagegen nass. Ob sie bei Regen ausgefahren bleiben darf, regelt die Bedienungsanleitung des Herstellers. Grundsätzlich gilt: Ein nasses Tuch sollte nicht dauerhaft eingefahren bleiben, sondern zum Trocknen wieder ausgefahren werden, sobald es das Wetter erlaubt. Sonst können sich Stockflecken bilden.
Stoff, Farbe und Antrieb
Stoff: Markisenstoffe gibt es als dichtes Gewebe, das kaum Licht durchlässt, und als Screen-Gewebe, das Licht filtert und Durchsicht erlaubt. Für Senkrechtmarkisen und ZIP-Screens wird meist Screen-Gewebe verwendet.
Farbe: Dunkle Stoffe nehmen mehr Sonnenenergie auf und können darunter wärmer wirken, halten aber mehr Licht ab. Helle Stoffe reflektieren mehr Wärme, lassen aber mehr Licht durch. Bei Aufdachmarkisen ist die Farbe für das Raumklima weniger entscheidend als bei Unterdachmarkisen, weil die Wärme ohnehin über dem Glas bleibt.
Antrieb: Bei Dachmarkisen ist ein Motor fast immer sinnvoll, die Flächen sind groß und schwer zu kurbeln. Mit Sonnen- und Windsensor fährt die Markise automatisch. Für den Strom braucht es einen Anschluss durch einen Elektrofachbetrieb.
Gute Alternative: das Lamellendach
Wer ohnehin eine neue Überdachung plant, sollte auch das Lamellendach in Betracht ziehen. Die drehbaren Aluminiumlamellen ersetzen Glas und Markise in einem: geschlossen regendicht, geöffnet luftig, dazwischen jede Stellung. Rechnet man beim Glasdach die Markise mit ein, wird der Preisabstand zum Lamellendach kleiner. Den direkten Vergleich finden Sie im Beitrag Glasdach oder Lamellendach.
Markise nachrüsten
Die meisten Markisen lassen sich auch nachträglich an eine bestehende Terrassenüberdachung montieren. Prüfen sollten Sie vorher:
- Passt das System? Viele Hersteller von Terrassendächern bieten passende Markisen für ihre Profile an. Fremdsysteme brauchen eigene Halterungen.
- Trägt die Konstruktion die zusätzliche Last? Markisen bringen Gewicht und Windkräfte in die Sparren und Pfosten. Das sollte zur Statik der Überdachung passen.
- Gibt es Strom? Für motorisierte Markisen muss ein Kabel zur Überdachung gelegt werden.
Häufige Fragen
Was ist besser, Markise über oder unter dem Terrassendach?
Für den Hitzeschutz ist die Aufdachmarkise besser, weil sie die Sonne vor dem Glas abhält. Die Unterdachmarkise ist günstiger, langlebiger und vor Wetter geschützt, lässt aber mehr Wärme unter dem Dach entstehen.
Was sind die Nachteile einer Aufdachmarkise?
Sie ist teurer, das Tuch ist Wind, Regen und Schmutz ausgesetzt, und sie muss bei Wind eingefahren werden. Dafür ist sie der wirksamste Schutz gegen Hitze unter einem Glasdach.
Ist es unter einer dunklen Markise wärmer?
Dunkle Stoffe nehmen mehr Sonnenenergie auf und können darunter wärmer wirken, halten aber mehr Licht ab. Helle Stoffe reflektieren mehr, lassen aber mehr Licht durch. Bei einer Aufdachmarkise spielt die Farbe für das Klima unter dem Glas eine kleinere Rolle.
Kann man eine Markise bei Regen draußen lassen?
Eine Unterdachmarkise bleibt unter dem Glas trocken. Ob eine Aufdachmarkise bei Regen ausgefahren bleiben darf, regelt die Bedienungsanleitung. Ein nasses Tuch sollte zum Trocknen wieder ausgefahren werden, damit sich keine Stockflecken bilden.
Welche Alternativen gibt es zur Senkrechtmarkise?
ZIP-Screens mit seitlicher Führung, feste Seitenwände aus Glas oder Polycarbonat und Glasschiebewände. ZIP-Screens sind windstabiler als frei hängende Senkrechtmarkisen und halten Insekten besser ab.
Kann man eine Markise nachträglich anbringen?
Meist ja. Viele Hersteller von Terrassendächern bieten passende Markisen für ihre Profile an. Vorher sollte geprüft werden, ob die Konstruktion die zusätzliche Last und Windkräfte trägt und ob ein Stromanschluss für den Motor möglich ist.
Ihr nächster Schritt
Die richtige Beschattung macht aus einer Terrassenüberdachung einen Platz, an dem Sie auch im Juli gerne sitzen. Beim Aufmaß schauen wir uns Ausrichtung, Dach und Nutzung an und empfehlen Ihnen die passende Lösung. Stellen Sie Ihr Projekt im Konfigurator zusammen. Wie viel eine Überdachung insgesamt kostet, lesen Sie im Beitrag zu den Kosten einer Terrassenüberdachung.

