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RHEIN MAIN TERRASSENÜBERDACHUNG
Ratgeber

Lamellendach

Lamellendach: Vorteile und Nachteile im ehrlichen Überblick

Lamellendach für die Terrasse: Vorteile, Nachteile, Verhalten bei Schnee, Frost und Sturm, Baumarkt gegen Systemdach und Kauf-Checkliste.

Redaktion Rhein Main Terrassenüberdachung · Veröffentlicht am · 10 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. So funktioniert ein Lamellendach
  2. Die Vorteile
  3. Die Nachteile, ehrlich betrachtet
  4. Baumarkt-Pavillon oder Systemdach: der wichtigste Unterschied
  5. Lamellendach im Winter: Schnee, Frost und Sturm
  6. Ist ein Lamellendach wasserdicht?
  7. Wovon der Aufwand abhängt
  8. Lamellendach oder Glasdach?
  9. Checkliste für den Kauf
  10. Häufige Fragen
  11. Ihr nächster Schritt

Ein Lamellendach ist eine Terrassenüberdachung aus drehbaren Aluminiumlamellen, mit denen Sie Licht, Schatten und Luft per Knopfdruck steuern. Geschlossen hält ein gutes System Regen ab, geöffnet zieht warme Luft nach oben ab. Die Nachteile sind ein deutlich höherer Preis als beim Glasdach, mehr Technik, die gewartet werden will, und ein dunkleres Wohnzimmer, wenn die Lamellen geschlossen sind. Ob sich das lohnt, hängt vor allem davon ab, wie sonnig Ihre Terrasse ist und wie Sie sie nutzen.

In vielen Beiträgen zum Thema werden zwei Produkte in einen Topf geworfen, die wenig miteinander zu tun haben: der Lamellenpavillon aus dem Baumarkt und das fest montierte Lamellendach als Systemlösung. Wir zeigen Ihnen den Unterschied anhand der Herstellerunterlagen, erklären, was ein Lamellendach im Winter aushalten muss, und geben Ihnen eine Checkliste für den Kauf an die Hand.

So funktioniert ein Lamellendach

Aluminiumpfosten und Lamellen eines Lamellendachs von unten
Tragende Pfosten, Rahmenprofile und drehbare Aluminiumlamellen: Die Entwässerung läuft über die Rinnen im Rahmen und durch einen Pfosten.Foto: Thomas Welch / Unsplash

Statt Glas oder Stegplatten liegen auf dem Rahmen Aluminiumlamellen, die sich über einen Motor gemeinsam drehen lassen. Je nach Stellung entsteht:

  • geschlossen: ein durchgehendes Dach, das Regen abhält und vollen Schatten gibt,
  • leicht geöffnet: Schatten mit Luftzirkulation, die warme Luft unter dem Dach entweicht,
  • weit geöffnet: viel Licht und fast freier Himmel.

Das Regenwasser läuft bei geschlossenen Lamellen in kleine Rinnen an den Lamellenenden, von dort in die Rahmenrinne und durch einen der Pfosten nach unten ab. Gesteuert wird per Fernbedienung, Wandschalter oder App, bei vielen Systemen ergänzt durch Regen- und Windsensoren, die die Lamellen automatisch bewegen.

Wie das an einem Pool aussieht, zeigt unser Projekt Lamellendach über dem Pool. Alle Ausführungen finden Sie auf unserer Seite zum Lamellendach.

Die Vorteile

Licht und Schatten nach Bedarf. Das ist der eigentliche Grund für ein Lamellendach. Morgens offen für die Sonne, mittags geschlossen gegen die Hitze, abends wieder offen für den Himmel. Ein Glasdach braucht dafür eine zusätzliche Markise.

Kein Hitzestau. Unter einem Glasdach staut sich an heißen Tagen die warme Luft. Bei leicht geöffneten Lamellen kann sie nach oben entweichen, und es bleibt spürbar angenehmer. Gerade auf Süd- und Westterrassen im Rhein-Main-Gebiet, wo es im Sommer regelmäßig sehr heiß wird, ist das ein großer Vorteil.

Regenschutz. Geschlossen hält ein Systemdach Regen ab. Mit Regensensor schließen sich die Lamellen bei den ersten Tropfen von selbst.

Klare, moderne Optik. Lamellendächer haben meist eine flache, kubische Form ohne sichtbares Gefälle. Das passt gut zu moderner Architektur und zu Flachdachhäusern.

Viel Ausstattung integriert. LED-Beleuchtung in den Lamellen oder im Rahmen, Heizstrahler, Lautsprecher und seitliche ZIP-Screens oder Glasschiebewände lassen sich in das System einbinden.

Lamellen werfen Streifenschatten auf eine Terrasse am Pool
Leicht geöffnete Lamellen werfen Streifenschatten und lassen warme Luft nach oben abziehen.Foto: Cesar Cid / Unsplash

Die Nachteile, ehrlich betrachtet

Der Aufwand. Ein Lamellendach ist in vergleichbarer Größe deutlich aufwendiger als ein Glasdach, weil Motor, Steuerung und eine aufwendigere Entwässerung dazukommen. Dafür entfällt die Markise.

Geschlossen wird es dunkel. Aluminiumlamellen sind blickdicht. Wer an einem trüben Regentag die Lamellen schließt, sitzt im Schatten, und das angrenzende Wohnzimmer wird dunkler. Für Räume, die ohnehin wenig Licht haben, ist das ein echtes Argument. Einige Hersteller bieten deshalb Lamellen aus mattem Sicherheitsglas an.

Mehr Technik heißt mehr Wartung. Motor, Steuerung und Sensoren sind Verschleißteile. Die Garantien zeigen das: Beim System Aero von Renson gibt es laut Lastenheft des Herstellers bei Registrierung 10 Jahre auf die Struktur, aber 5 Jahre auf Motoren und Sensoren und 2 Jahre auf elektrische Komponenten wie Heizung und Beleuchtung. Rechnen Sie damit, dass während der Lebensdauer des Dachs Teile der Technik getauscht werden müssen.

Laub und Schmutz. Laub und Blütenstaub sammeln sich in den Rinnen der Lamellen. Unter Bäumen sollten die Lamellen und Rinnen mehrmals im Jahr kontrolliert werden, sonst läuft das Wasser bei Starkregen über.

Geräusche bei Regen. Regen auf Aluminium klingt anders als auf Glas. Ob es prasselt oder eher dumpf klingt, hängt vom Aufbau der Lamellen ab, etwa von Wandstärke und Hohlräumen. Lassen Sie sich das im Zweifel in einer Ausstellung vorführen oder fragen Sie nach dem Lamellenaufbau.

Restwasser beim Öffnen. Öffnet man die Lamellen direkt nach einem Schauer, läuft das Wasser auf den Lamellen in die Rinnen. Bei guten Systemen ist der Rand so ausgebildet, dass dabei nichts auf die Terrasse tropft. Bei einfacheren Systemen fallen einige Tropfen. Am besten wartet man nach dem Regen kurz oder lässt die Steuerung das übernehmen.

Baumarkt-Pavillon oder Systemdach: der wichtigste Unterschied

Wer sich Lamellendächer anschaut, findet sehr unterschiedliche Angebote, vom Pavillon aus dem Baumarkt bis zum maßgefertigten Systemdach. Der Unterschied liegt nicht nur in der Qualität, sondern im Einsatzzweck. Ein direkter Vergleich der Herstellerunterlagen macht das deutlich:

Lamellen-Pavillon aus dem BaumarktLamellendach als Systemlösung
BeispielSicherheitshinweise einer Pergola-Markise aus dem BaumarktsortimentLastenheft Renson Aero
WindBei mehr als Windstärke 3, also über 19 km/h, Lamellen öffnengeschlossen windfest bis 120 km/h, Bedienung bis 50 km/h
Schneegeschlossene Lamellen nicht für Schnee- und Eislasten vorgesehengeschlossene Lamellen mindestens 520 N/m² bei 4,5 m Spannweite
Regenprimär als Sonnenschutz gedacht, nicht als RegenschutzEntwässerung für Starkregen ausgelegt

Die Werte stammen aus den Sicherheitshinweisen eines Pergola-Pavillons im Hornbach-Sortiment und dem oben genannten Renson-Lastenheft.

Windstärke 3 ist eine leichte Brise, bei der sich Blätter und dünne Zweige bewegen. Ein Pavillon, der dabei geöffnet werden muss und keinen Schnee tragen darf, ist ein Sonnenschutz für den Sommer, keine Terrassenüberdachung. Das ist kein Vorwurf an das Produkt, man sollte nur wissen, was man kauft.

Lamellendach im Winter: Schnee, Frost und Sturm

Was die 520 N/m² bedeuten

Die Schneelast, die ein Dach tragen muss, wird in Deutschland nach DIN EN 1991-1-3 mit dem Nationalen Anhang ermittelt. Grundlage ist die Schneelastzone und die Höhe über dem Meer. In Zone 1 beträgt die charakteristische Schneelast am Boden mindestens 0,65 kN/m². Auf flachen und bis 30 Grad geneigten Dächern wird dieser Wert mit dem Formbeiwert 0,8 multipliziert. Heraus kommen 0,52 kN/m², also genau 520 N/m².

Das bedeutet: Das Renson-System ist bei maximaler Spannweite genau auf den Mindestwert der Schneelastzone 1 ausgelegt. In höheren Lagen oder in den Zonen 2 und 3 liegen die Werte darüber. Dann braucht es kürzere Spannweiten, einen Zwischenträger oder ein anderes System. Im Rhein-Main-Gebiet kann das etwa für Lagen im Taunus, im Spessart oder im Odenwald relevant sein.

Für Sie als Bauherr folgt daraus eine einfache Regel: Fragen Sie nicht nur, wie viel Schnee das Dach trägt, sondern ob es für Ihren konkreten Standort nachgewiesen ist. In Hessen ist eine Bescheinigung der statisch-konstruktiven Unbedenklichkeit vor Baubeginn ohnehin Pflicht, mehr dazu in unserem Beitrag zur Baugenehmigung in Hessen.

Frost und Eis

Bei Frost können Lamellen festfrieren. Versuchen Sie dann nicht, sie mit dem Motor aufzuzwingen, denn das belastet den Antrieb. Lassen Sie die Lamellen bei angekündigtem Eisregen in der vom Hersteller empfohlenen Stellung und warten Sie, bis das Eis getaut ist. Fragen Sie beim Kauf, ob die Steuerung eine Frost- oder Winterfunktion hat.

Sturm

Die meisten Systeme schließen die Lamellen bei starkem Wind automatisch. Bei Renson ist das laut Lastenheft ab 50 km/h der Fall, geschlossen gilt die Lamellenstellung als optimale Sturmposition. Das unterscheidet sich vom Baumarkt-Pavillon, der bei Wind geöffnet werden soll. Prüfen Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Systems, welche Stellung bei Sturm vorgesehen ist.

Ist ein Lamellendach wasserdicht?

Ein hochwertiges Lamellendach ist bei geschlossenen Lamellen regendicht, aber es ist kein Flachdach. Das Wasser wird über ein System aus Rinnen abgeführt, und dieses System hat eine Kapazität. Das Renson-Lastenheft nennt eine Abführung von Niederschlägen mit 120 Litern pro Quadratmeter und Stunde über maximal zwei Minuten. Solche Regengüsse kommen laut Hersteller im Schnitt alle zehn Jahre vor.

Bei noch heftigeren Wolkenbrüchen oder verstopften Rinnen kann Wasser überlaufen. Zwei Dinge helfen: die Rinnen regelmäßig von Laub befreien und den Wandanschluss sauber abdichten. Viele Hersteller bieten dafür ein zusätzliches Anschlussprofil an die Hauswand an.

Die Seiten bleiben ohne weitere Elemente offen. Bei Schlagregen von der Seite wird es also an den Rändern nass. Abhilfe schaffen ZIP-Screens oder Glasschiebewände. Mehr dazu unter Sonnenschutz und im Beitrag zu Glasschiebewänden für die Terrasse.

Wovon der Aufwand abhängt

Ein Lamellendach ist die aufwendigste Form der Terrassenüberdachung. Den Unterschied zum Glasdach machen Motor, Steuerung, Sensoren und eine Entwässerung über Rinnen in den Lamellen und im Rahmen. Innerhalb der Lamellendächer bestimmen diese Punkte den Preis:

  • Bauweise: Ein einfacher Pavillon als Sonnenschutz ist etwas völlig anderes als ein fest montiertes Systemdach mit Statiknachweis.
  • Größe und Spannweite: Lange Lamellen brauchen kräftigere Profile oder einen Zwischenträger.
  • Freistehend oder am Haus: Freistehend braucht mehr Pfosten und Fundamente.
  • Lamellen: Aluminium oder mattes Glas, Wandstärke und Aufbau.
  • Steuerung: Fernbedienung, App, Regen- und Windsensor.
  • Ausstattung: integrierte LED-Beleuchtung, Heizstrahler, ZIP-Screens oder Glasschiebewände an den Seiten.

Im Vergleich zum Glasdach muss man fair rechnen: Beim Glasdach kommt auf einer sonnigen Terrasse fast immer eine Markise dazu, beim Lamellendach ist die Beschattung schon eingebaut. Rechnet man das mit ein, wird der Unterschied deutlich kleiner. Wovon die Kosten einer Überdachung allgemein abhängen, erklären wir im Beitrag zu den Kosten einer Terrassenüberdachung.

Hinzu kommt der Stromanschluss für Motor, Sensoren und Beleuchtung, den ein Elektrofachbetrieb herstellen muss.

Lamellendach oder Glasdach?

Beide Lösungen haben ihre Berechtigung. Als Faustregel aus unseren Beratungen:

  • Lamellendach, wenn die Terrasse viel direkte Sonne bekommt, wenn Sie Wert auf Luft und Schatten legen und die Terrasse vor allem im Sommer nutzen.
  • Glasdach, wenn Sie das Licht im Wohnraum erhalten möchten, wenn die Terrasse eher im Halbschatten liegt oder wenn Sie später einen Kaltwintergarten daraus machen möchten. Ein Glasdach lässt sich mit Glasschiebewänden besonders gut zu einem geschlossenen Raum erweitern.

Den ausführlichen Vergleich lesen Sie im Beitrag Glasdach oder Lamellendach, mehr zu VSG und Stegplatten im Beitrag Glas oder Polycarbonat.

Checkliste für den Kauf

Bevor Sie ein Angebot unterschreiben, sollten diese Punkte geklärt sein:

  1. Statik für Ihren Standort: Ist das Dach für die Schnee- und Windlast an Ihrer Adresse nachgewiesen, nicht nur für einen Standardwert?
  2. Spannweite und Pfosten: Wie groß darf die Lamellenlänge sein, braucht es einen Zwischenträger?
  3. Entwässerung: Wo läuft das Wasser ab, wie viel kann das System abführen, wo ist der Anschluss an die Grundleitung oder Versickerung?
  4. Lamellenaufbau: Sind die Lamellen gedämmt oder ausgeschäumt, wie laut ist Regen?
  5. Antrieb und Sensoren: Welcher Motor, welche Steuerung, gibt es Regen- und Windsensor, was passiert bei Stromausfall?
  6. Garantien: getrennt für Struktur, Pulverbeschichtung, Motor und Elektronik.
  7. Erweiterbarkeit: Lassen sich ZIP-Screens, Glasschiebewände, Beleuchtung und Heizung jetzt oder später integrieren?
  8. Wandanschluss: Wie wird an die Fassade angeschlossen, besonders bei gedämmten Fassaden?
  9. Service: Wer kommt, wenn der Motor nach sieben Jahren ausfällt?

Häufige Fragen

Welche Nachteile hat ein Lamellendach?

Die wichtigsten Nachteile sind der höhere Aufwand im Vergleich zum Glasdach, die Technik mit Motor und Sensoren, die gewartet werden muss, Laub in den Lamellenrinnen und ein dunklerer Wohnraum bei geschlossenen Lamellen. Bei einfachen Modellen kommen Regengeräusche und eine geringe Belastbarkeit bei Wind und Schnee hinzu.

Ist ein Lamellendach wasserdicht?

Ein hochwertiges System ist bei geschlossenen Lamellen regendicht. Das Wasser wird über Rinnen und einen Pfosten abgeführt. Die Kapazität ist begrenzt, bei extremen Wolkenbrüchen oder verstopften Rinnen kann Wasser überlaufen. Die Seiten bleiben ohne Zusatzelemente offen.

Kann ein Lamellendach im Winter geschlossen bleiben?

Das hängt vom System ab. Fest montierte Systemdächer sind meist für geschlossene Lamellen und eine bestimmte Schneelast ausgelegt. Einfache Baumarkt-Pavillons dürfen dagegen laut Herstellerhinweisen keinen Schnee tragen und müssen bei Schneefall geöffnet werden. Maßgeblich ist immer die Bedienungsanleitung.

Wie lange hält ein Lamellendach?

Die pulverbeschichtete Aluminiumstruktur ist sehr langlebig, Hersteller geben darauf teils 10 Jahre Garantie. Motoren und Sensoren sind Verschleißteile mit kürzeren Garantien, typischerweise 2 bis 5 Jahre.

Was ist besser, Lamellendach oder Glasdach?

Für sonnige Terrassen, auf denen Schatten und Luft wichtig sind, ist das Lamellendach im Vorteil. Wer viel Licht im Haus behalten oder später einen Kaltwintergarten bauen möchte, ist mit einem Glasdach und einer Markise meist besser beraten.

Worauf sollte ich beim Kauf eines Lamellendachs achten?

Auf eine Statik für Ihren Standort, die Kapazität der Entwässerung, den Aufbau der Lamellen, Antrieb und Sensoren, getrennte Garantien für Struktur und Technik sowie darauf, ob sich Seitenelemente später integrieren lassen.

Ihr nächster Schritt

Ein Lamellendach lohnt sich, wenn es zu Ihrer Terrasse und Ihrem Standort passt. Beim Aufmaß prüfen wir Ausrichtung, Spannweite, Wandanschluss und Entwässerung und sagen Ihnen ehrlich, ob ein Lamellendach oder ein Glasdach die bessere Wahl ist. Stellen Sie Ihr Projekt im Konfigurator zusammen, und wir melden uns bei Ihnen.

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