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Für die Beleuchtung unter der Terrassenüberdachung haben sich LED-Spots oder LED-Streifen in den Sparren und in der Rinne bewährt, am besten in warmweißem Licht und dimmbar. Zum Heizen eignen sich elektrische Infrarot-Heizstrahler, die direkt Menschen und Möbel erwärmen statt der Luft. Gasheizstrahler sind unter einer Überdachung nur bedingt geeignet, weil Hersteller sie ausdrücklich nur für das Freie oder ausreichend belüftete Bereiche vorsehen. Strom an der Terrasse ist Arbeit für einen Elektrofachbetrieb: Stromkreise im Außenbereich brauchen nach der Norm einen zusätzlichen Fehlerstromschutz.
Licht und Wärme machen aus einer Terrassenüberdachung einen Platz, den man auch an kühlen Abenden im Mai oder September nutzt. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Beleuchtung sich bewährt hat, worauf Sie bei Heizstrahlern achten sollten, was beides kostet und welche Vorschriften für die Elektroinstallation gelten.
Beleuchtung: die Möglichkeiten
| Lösung | Wirkung | Montage |
|---|---|---|
| LED-Spots in den Sparren | gleichmäßiges Licht von oben, wie eine Decke | in die Profile integriert, ideal beim Neubau |
| LED-Streifen in der Rinne oder unter den Sparren | indirektes, weiches Licht | in Profilnuten, gut nachrüstbar |
| Wandleuchten am Haus | Akzentlicht, beleuchtet die Fassade | an der Hauswand |
| Lichterketten | stimmungsvoll, dekorativ | schnell montiert, oft mit Stecker |
| Stehleuchten und Tischleuchten | flexibel, gemütlich | ohne Montage |
LED-Spots sind die beliebteste Lösung für neue Überdachungen. Sie sitzen bündig in den Sparren, sodass die Kabel unsichtbar in den Profilen verlaufen. Viele Hersteller bieten passende Sets für ihre Systeme an.
LED-Streifen erzeugen ein weiches, indirektes Licht, zum Beispiel entlang der Rinne oder unter den Sparren. Sie blenden weniger als Spots und schaffen eine ruhige Atmosphäre.
Bei Lamellendächern gibt es oft integrierte LED-Leisten in den Lamellen oder im Rahmen. Mehr dazu im Beitrag zum Lamellendach.

Warmweiß, dimmbar, nach unten gerichtet
Drei Regeln machen den Unterschied zwischen angenehmem Licht und einer grell ausgeleuchteten Terrasse:
- Warmweißes Licht: Licht mit geringem Blauanteil im Bereich von 2000 bis maximal 3000 Kelvin wirkt gemütlicher und blendet weniger. Es stört außerdem nachtaktive Tiere und Insekten weniger. Das empfiehlt der BUND in einem Umwelttipp der Stadt Langen. Moderne LEDs strahlen kein UV-Licht ab und locken so weniger Insekten an, besonders warmweiße.
- Dimmbar: Zum Essen braucht man mehr Licht als zum Sitzen am Abend. Mit einem Dimmer lässt sich die Lichtstärke anpassen, das spart Strom und verlängert die Lebensdauer.
- Gezielt nach unten: Leuchten, die nur die Terrasse beleuchten und nicht in den Himmel oder zum Nachbarn strahlen, sind angenehmer für alle. Bei Glasdächern spiegelt sich nach oben gerichtetes Licht außerdem im Glas.
Mit Bewegungsmeldern oder Zeitschaltungen brennt das Licht nur, wenn es gebraucht wird.
Heizstrahler: Infrarot oder Gas?
Elektrische Infrarot-Heizstrahler
Infrarotstrahler erwärmen nicht die Luft, sondern direkt die Flächen, auf die sie strahlen: Menschen, Möbel, Boden. Unter einer Überdachung, wo die Luft ohnehin seitlich abzieht, ist das die effizienteste Art zu heizen. Die Wärme ist nach wenigen Sekunden spürbar.
Es gibt zwei Bauarten:
- Kurzwellige Strahler mit hellem, rötlichem Licht geben sehr schnell intensive Wärme ab, auch bei Wind. Das Licht empfinden manche als störend.
- Dunkelstrahler leuchten kaum, wärmen etwas sanfter und fügen sich unauffälliger ein.
Montiert werden sie an der Hauswand, an den Sparren oder an der Rinne, über dem Sitzbereich. Halten Sie unbedingt die Mindestabstände aus der Montageanleitung ein, zur Decke, zu Glas, zu Markisenstoff und zu Personen.
Was der Betrieb kostet
Ein Rechenbeispiel: Ein Strahler mit 2.000 Watt läuft an einem Abend drei Stunden. Das sind 6 Kilowattstunden. Für gelegentliche Abende ist das überschaubar. Wer den Strahler oft und lange laufen lässt, sollte ihn gezielt über dem Tisch montieren und nicht die ganze Terrasse beheizen wollen.
Gasheizstrahler: nur mit genug Luft
Gasheizstrahler, die klassischen „Heizpilze", erzeugen Abgase. Die Bedienungsanleitungen der Hersteller sind deshalb eindeutig. In der Anleitung eines Gas-Terrassenheizstrahlers heißt es, das Gerät sei ausschließlich für die Verwendung im Freien oder in ausreichend belüfteten Bereichen vorgesehen. Als ausreichend belüftet gilt dort ein Bereich mit mindestens 25 Prozent offener Fläche, gerechnet auf die Summe der Wandflächen. Die Verwendung in geschlossenen Räumen ist verboten.
Für die Praxis heißt das: Unter einer offenen Terrassenüberdachung kann ein Gasstrahler zulässig sein, wenn die Herstellervorgaben zu Belüftung und Abständen eingehalten werden. In einem Kaltwintergarten mit geschlossenen Glasschiebewänden ist er fehl am Platz. Außerdem kann die Hitze über dem Strahler Glas, Profile oder Markisenstoffe schädigen, wenn der Abstand zum Dach nicht stimmt. Elektrische Infrarotstrahler sind unter einem Dach fast immer die bessere Wahl.
Elektroinstallation: Sache des Fachbetriebs
Strom im Außenbereich ist gefährlicher als im Haus, weil Feuchtigkeit und Erde gute Leiter sind. Deshalb gelten strenge Regeln:
- Fehlerstromschutz: Nach DIN VDE 0100-410 müssen Endstromkreise für im Außenbereich verwendete Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom bis 32 Ampere zusätzlich durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung geschützt werden. Der Hersteller ABB beschreibt die Anforderungen in einer Information zum zusätzlichen Schutz für Endstromkreise im Außenbereich. Er empfiehlt außerdem, Licht- und Steckdosenstromkreise zu trennen, damit das Licht im Fehlerfall weiterbrennt.
- Schutzart: Leuchten, Steckdosen und Heizstrahler müssen für den Außenbereich geeignet sein. Achten Sie auf die IP-Schutzart im Datenblatt. Je höher die zweite Ziffer, desto besser der Schutz gegen Wasser.
- Fachbetrieb: Die Installation darf nur eine Elektrofachkraft ausführen. Das gilt auch für den Anschluss von Heizstrahlern mit hoher Leistung, die oft einen eigenen Stromkreis brauchen.
Planen Sie die Elektrik am besten zusammen mit der Überdachung. Leerrohre oder Kabel lassen sich in den Fundamenten, Pfosten und Profilen verlegen, solange die Konstruktion noch offen ist. Nachträglich sichtbare Aufputzkabel sind optisch selten schön.
Was den Aufwand bestimmt
Wie aufwendig Licht und Wärme werden, hängt weniger von den Leuchten selbst ab als von der Elektroinstallation:
- Anzahl und Art der Leuchten: einzelne Spots, durchgehende LED-Streifen oder beides.
- Steuerung: einfacher Schalter, Dimmer, Funksteuerung oder Einbindung in eine Smart-Home-Lösung.
- Kabelwege: Ist ein Stromanschluss in der Nähe, oder muss ein Kabel durch Garten, Fundament oder Fassade geführt werden?
- Heizstrahler: Leistungsstarke Strahler brauchen oft einen eigenen Stromkreis.
- Zeitpunkt: Beim Neubau der Überdachung lassen sich Kabel unsichtbar in Pfosten und Profilen führen. Nachträglich ist das aufwendiger.
Nachrüsten: was geht und was nicht
Bei vielen Aluminium-Überdachungen lassen sich LED-Streifen oder Spots auch nachträglich einbauen, wenn die Profile dafür Nuten oder Bohrungen vorsehen. Schwieriger ist meist die Stromzuführung zur Überdachung. Fragen Sie den Hersteller Ihres Systems, ob es passende Nachrüstsets gibt. Bei Bohrungen in Profile, die Glas tragen, sollte ein Fachbetrieb ran, damit Statik und Abdichtung nicht leiden.
Heizstrahler lassen sich fast immer nachrüsten, sofern ein geeigneter Stromkreis vorhanden ist und die Befestigung am Profil oder an der Wand das Gewicht trägt.
Ideen für die Lichtplanung
- Zonen bilden: helles Licht über dem Esstisch, gedimmtes Licht über der Lounge-Ecke.
- Licht in den Garten: ein paar Spots auf Bäume oder Beete geben der Terrasse Tiefe, ohne dass man im Hellen sitzt und in die Dunkelheit schaut.
- Wege beleuchten: niedrige Wegleuchten statt heller Strahler auf der Fassade.
- Weniger ist mehr: Lieber wenige gut platzierte warmweiße Leuchten als viele helle.
Mehr zur Gestaltung eines geschützten Außenbereichs finden Sie in unseren Beiträgen zum Kaltwintergarten und zu Seitenwänden und Windschutz.
Häufige Fragen
Welche Beleuchtung eignet sich für eine Terrassenüberdachung?
Am beliebtesten sind LED-Spots, die bündig in den Sparren sitzen, und LED-Streifen in der Rinne oder unter den Sparren. Warmweißes, dimmbares Licht wirkt am gemütlichsten.
Kann ich LED-Beleuchtung nachrüsten?
Bei vielen Aluminium-Überdachungen ja, wenn die Profile Nuten oder Bohrungen dafür vorsehen. Schwieriger ist oft die Stromzuführung. Bohrungen in tragende Profile sollte ein Fachbetrieb ausführen.
Darf man einen Gasheizstrahler unter einer Terrassenüberdachung betreiben?
Nur, wenn die Herstellervorgaben zu Belüftung und Abständen eingehalten werden. Eine Bedienungsanleitung nennt mindestens 25 Prozent offene Wandfläche als ausreichend belüftet. In einem geschlossenen Kaltwintergarten sind Gasstrahler ungeeignet.
Wie viel Strom verbraucht ein Heizstrahler auf der Terrasse?
Das hängt von der Leistung und der Laufzeit ab. Ein Infrarotstrahler mit 2.000 Watt verbraucht in drei Stunden 6 Kilowattstunden. Wer ihn gezielt über dem Sitzplatz montiert und nur bei Bedarf einschaltet, hält den Verbrauch gering.
Ist nächtliche Beleuchtung im Garten erlaubt?
Ein generelles Verbot für private Gartenbeleuchtung gibt es in der Regel nicht. Leuchten sollten aber so ausgerichtet sein, dass sie nicht auf das Nachbargrundstück blenden, und manche Gemeinden haben eigene Vorgaben. Warmweißes Licht, Dimmer und Bewegungsmelder schonen Nachbarn, Tiere und den Stromverbrauch.
Muss ein Elektriker die Terrassenbeleuchtung anschließen?
Ja. Arbeiten an der Elektroinstallation dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen. Endstromkreise im Außenbereich brauchen außerdem einen zusätzlichen Fehlerstromschutz nach DIN VDE 0100-410.
Ihr nächster Schritt
Licht und Wärme lassen sich am saubersten einbauen, wenn sie von Anfang an mitgeplant werden. Beim Aufmaß besprechen wir, wo Leuchten und Heizstrahler sitzen sollen und wie die Kabel verlaufen. Stellen Sie Ihr Projekt im Konfigurator zusammen oder sehen Sie sich unsere Terrassenüberdachungen an.

